Podcast-Folge #6

Like, Share, buy – Let me entertain you

Daniel Kahneman hat das Verständnis von Kaufentscheidungen grundlegend verändert. In seinem Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ differenziert der Psychologe und Nobelpreisträger zwei Denkarten: System 1 (schnell, intuitiv) und System 2 (langsam, rational). Ein Großteil der Kundenentscheidungen wird von System 1 vorangetrieben, was zur Folge hat, dass sie erheblich von Emotionen, Wahrnehmungen und unbewussten Vorgängen geprägt werden.

Für viele B2C-Brands and Retailer eröffnet sich dadurch eine spannende Chance: Social-Media-Plattformen dienen nicht nur als Informationsquelle, sondern können auch wichtige Entscheidungshilfen für die Nutzer:innen liefern.

In dieser Episode tauchen wir tief in die Welt ein, in der Likes zu einem echten Verkaufsraum werden.

Was Euch erwartet

Expertin Nadine Sogl von Suchhelden GmbHSocial Media verändert sich rasant – und Unternehmen, die Trends wie Social Commerce, TikTok-Shop, Community Management und KI-gestützte Algorithmen verstehen, sichern sich entscheidende Wettbewerbsvorteile.

Für unser heutiges Expertenpanel haben wir daher die erfahrende Keyspeakerin Nadine Sogl eingeladen.

Der Onlinemarketingmix ist wie ein großes Puzzle. Jeder einzelne Bereich davon ist ein Puzzleteil.

Erst wenn die Puzzleteile perfekt ineinandergreifen, geht das Bild auf

Nadine ist Head of Social Media bei der Online-Marketing Agentur Suchhelden aus Osnabrück und unterstützt gemeinsam mit ihrem Team Start-ups, Mittelstand und Konzerne im Social-Media- und Performance-Bereich. Dabei hat sie stets die Zielgruppe und die Markenauthentizität im Blick.

Mit über 20 Jahren Erfahrung im Gepäck weiß sie ganz genau, was Menschen online wirklich bewegt. Im Interview gibt Nadine spannende Einblicke, wie Social Media zunehmend Google und Co. ergänzt und in bestimmten Bereichen sogar ersetzt.

Wie die Expertin Zukunftstrends wahrnimmt und warum TikTok, Instagram und Co. Suchmaschinen geworden sind, hört ihr im Podcast!

Darum solltest du reinhören

Du erfährst…

  • …warum Social Search immer mehr an Bedeutung gewinnt
  • …was das neue Suchverhalten für Unternehmen bedeutet
  • …wie du als Unternehmen mit Hilfe von TikTok SEO auf der ForYou Page landen kannst
  • …wieso Investoren von RBF-Finanzierung auf deinen Kanal achten, um das Potenzial eures Unternehmens zu bewerten

Kapitel

Im Podcast werden diese Themen rund um Social Media behandelt:

  • ab 00:00 | Zielgruppen & Kaufkraft
  • ab 05:28 | Social Media als Suchmaschine
  • ab 09:25 | Social Commerce & TikTok Shop
  • ab 25:12 | Ausblick in die Zukunft

    Veröffentlichung: 12.08.2022

    Länge: 31:17 Minuten

Zielgruppe: Startup, KMU, Corporate

Praxisbezug
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Reinhören lohnt sich

Lerne von den Besten: In unseren Interviews kommen jene Speaker:Innen zu Wort, von denen man sich eine Scheibe abschneiden könnte! Sie lassen dich mit ihrer geballten Expertise hinter ihre Kulissen blicken und geben wertvolle Tipps, Impulse und ihr geheimes Know-How weiter – präzise, klar und direkt anwendbar.

Als Unternehmensberater spricht Dennis Kahl im Deep Dive ebenfalls mit Unternehmern, die eine Vision haben und diese umsetzen. In seinem Podcast Unternehmer Impulse befragt er Vordenker und Macher, Hoffnungsträger und Idealisten.

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Die Episode zum Nachlesen

Transkription der Folge

Nadine Sogl (Suchhelden):

Und so wird natürlich das Gehirn wahnsinnig schnell getriggert und bekommt irreviele Informationen und schnell aufeinander folgen und das fesselt einen natürlich am Handy. Und auch meine Bildschirmzeit ist, glaube ich, so müsste man, wenn man objektiv drauf guckt, viel zu hoch. Ich kann aber natürlich immer da ganz gut vor allem den Kindern gegenüber argumentieren, dass ich das Ganze ja nun beruflich brauche.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Der Online-Handel erlebt gerade eine Revolution und Social Commerce spielt bereits heute eine deutlich größere Rolle. Werden soziale Medien zur direkten Verkaufsplattform und erfordert die Suche danach auch jetzt ein neues Playbook? Und genau darüber spreche ich heute mit der Expertin Nadine Sogl.

Nadine nimmt uns mit hinter die Kulissen und gibt uns spannende Einblicke, warum Social Media als Einweg zur Entdeckung und zum Kauf zunehmend an Bedeutung gewinnt. Freut euch also auf spannende Insights, praktische Tipps und Geschichten, die ihr so noch nie gehört habt. Hallo und herzlich willkommen, Nadine.

Nadine Sogl (Suchhelden):

Hallo, ich freue mich da zu sein.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Ja, schön, dass du da bist. Heute dreht sich ja bei uns alles rund um Social Media, eine bunte Welt, die ja mittlerweile häufig auch als schnelllebig gilt. Besonders TikTok sticht da ja momentan besonders raus. Was motiviert dich eigentlich persönlich daran, immer am Puls der Zeit zu sein?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Ja, also Social Media ist sicherlich nicht nur in beruflicher Hinsicht mein tägliches Brot, sondern halt auch in privater Hinsicht. Also ich liebe die Social-Media-Kanäle. Ich bin halt auch ganz oft privat unterwegs, was vielleicht sicherlich so eine Grundvoraussetzung für diesen Job ist, dass man dafür brennt.

Ich mag die Art der Kommunikation untereinander. Das ist schon etwas, also Kommunikation an sich liegt mir sicherlich und es ist eine Art der Kommunikation, die ich sehr mag. Und natürlich auch, es ist ja eine Form des Entertainments.

Es fasziniert mich immer sehr, wie Menschen entertaint und damit natürlich auch in gewisser Weise gelenkt werden können. Und das, obwohl ich ja selber nun quasi weiß, wie der Hase läuft, trotzdem immer noch mich auch in gewisse Richtungen lenken lasse und das finde ich einfach super spannend.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Und wenn du jetzt mal auf deine jahrzehntelange Erfahrung zurückblickst, gab es für dich da einen ganz bestimmten Moment, an dem Social Media für dich einen echten Wendepunkt genommen hat? Also wo du gespürt hast, jetzt verändert sich das Game?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Also es gibt gar nicht so einen wirklichen Punkt oder so eine gewisse Situation, wo ich sagen würde, okay, jetzt hat sich’s verändert. Also ich bin halt schon lange auf Social Media unterwegs, also noch bevor ich das wirklich auch beruflich gemacht habe. Und ich finde den Wandel sehr interessant.

Also ich war noch auf Facebook aktiv, als es noch Posts ohne jegliche Visuals gab. Also da war ein Post, wo ein Bild hinterlegt wurde, war dann schon irgendwie eine Neuheit. Also so lange bin ich dort schon unterwegs und ich finde einfach die Entwicklung und die Möglichkeiten, die man dort hat, einfach so wahnsinnig spannend.

Und wenn man jetzt die letzten Jahre verfolgt, hat Social Media doch einen immer größeren Stellenwert im Gesamt-Online-Marketing-Mix eingenommen und das ist das, was mich letztendlich fasziniert, also einfach zu transportieren oder zu erklären, welche Möglichkeiten eigentlich hinter diesen Kanälen stecken in Kombination mit den anderen Möglichkeiten, die ich natürlich habe, wenn ich irgendwie Online-Marketing betreiben möchte, zumindest wenn man es aus Unternehmenssicht sieht.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Okay, dann lass uns doch gerne direkt über den Marketing-Mix sprechen. Welche Rolle spielt für dich Social Media heute im Verhältnis zu den traditionellen 4Ps, also Produkt, Preis, Platz und Promotion? Oder vielleicht mal ganz anders gefragt, hat sich dieser Mix aus deiner Sicht durch Social Media geändert?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Ja, ich glaube schon, weil die Beziehung zwischen der Marke und dem Konsumenten hat sich auf Social Media verändert. Das ist ja eben nicht dieses Klassische, wie man das halt noch so kennt, Produkt, Preis, Platz, Promotion. Auf Social Media ist die Welt ja eine völlig andere.

Das heißt also, ich gehe in die Interaktion mit meinem Konsumenten, was den Preis angeht, bin ich viel transparenter. Es wird nicht als gesetzt hingenommen, was den Platz angeht, sozusagen die Platzierung angeht. Also sehr vielfältige Möglichkeiten, die ich unterschiedlich und differenziert nutzen kann.

Und dieses Promotion-Thema ist natürlich auch etwas, ich verkaufe halt nicht nur ein Produkt, indem ich da einen Preis dransetze und irgendwie eine Website habe oder einen Shop habe, sondern ich verkaufe mein Produkt oder meine Dienstleistung wahlweise auf Social Media immer über Emotionen, über Storytelling, über ein Bauchgefühl. Und das ist, glaube ich, das, was Social Media auch in der Effizienz so besonders macht, dass ich einfach einen anderen Weg gehe und es nicht als gesetzt hinnehme, ganz andere Möglichkeiten habe, meinen Konsumenten zu erreichen.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Und wie ordnest du dabei die Paid-Ads ein? Eher zentral oder als Verstärker?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Ja, also ich kann mal ein bisschen weiter ausholen. Wir haben auf der einen Seite das, was auf dem Account selber passiert, also die Posts, die Reels, also das, was ich quasi organisch mache. Und dann habe ich quasi das Advertising, also immer da, wo ich Mediabudget hinterlege.

Und diese beiden Säulen sollten natürlich strategisch je nach Zielsetzung, und das ist eigentlich das Wichtigste, so miteinander agieren, dass man dem Ziel möglichst nahekommt. Das heißt, ich habe das Advertising oder ich kann das Advertising, also die bezahlte Werbung auf Social Media, für unterschiedliche Zielsetzungen nutzen. Ich kann es als Nadel, heiße Nadel der Marketing-Maschine nutzen oder als Booster sozusagen, um meinen organischen Content zu boosten, um meine Community zu boosten, um Menschen mit meinem Content, also mit meinen Informationen zu erreichen, die ich sonst nicht erreiche im Organischen, weil einfach das Engagement nicht entsprechend da ist oder weil die Grundlage fehlt, die Follower-Grundlage fehlt. Ich kann es aber auch eben nutzen, um mein Produkt oder meine Dienstleistung in die entsprechenden Zielgruppen zu tragen. Und auch da gibt es ja unterschiedliche Ansätze.

Das heißt also, wir können auch das Advertising einfach als alleinstehendes Konstrukt betrachten, wirklich nur rein, um mein Produkt wirklich oder in der Customer Journey quasi von vorne bis hinten den Weg zu verfolgen und mein Produkt letztendlich auch wirklich zu verkaufen. Das heißt also, es muss nicht unbedingt als Booster gesehen werden. Es kommt immer je nach, es kommt auf die Zielsetzung an und auf die Strategie, die dahintersteckt, in welcher Funktion sozusagen diese Säule Advertising eingesetzt wird.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Okay, wenn wir dann jetzt über strategische Zielsetzung sprechen, dann sollten wir natürlich auch über die Menschen sprechen, die wir erreichen wollen. Und wenn ich jetzt darüber nachdenken würde, wäre mein spontaner Einfall, wir sprechen jetzt über die Generation Z oder Alpha. Aber wie relevant ist denn dann, ich sage mal, die Zielgruppe 40+, die heute meinetwegen auf Facebook unterwegs ist oder vielleicht mal ganz anders gefragt, ist Facebook damit vorm Aussterben bedroht?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Das ist tatsächlich eine Frage, mit der ich in meinem beruflichen Alltag regelmäßig konfrontiert werde und zwar wirklich regelmäßig. Macht es eigentlich noch, ergibt es noch Sinn, auf Facebook Werbung zu schalten oder sollten wir uns auf andere Kanäle fokussieren? Und ich sage Nein, Facebook ist definitiv nicht tot und bei der Erfahrung, die ich in den letzten Jahren sammeln durfte, bei den ganzen Kunden, die wir betreuen durften, bei dem Werbebudget, was wir betreuen und einsetzen durften, wenn wir uns dann anschauen oder analysieren im Reporting, wie viel Werbebudget erkennen wir, zumindest wenn die Zielgruppe natürlich in der Altersrange der Facebook Nutzer ist, erkennen wir auch, dass Facebook ein für das Advertising wahnsinnig starker Kanal ist. Also die Personengruppe, die dort unterwegs ist, hat sicherlich oder man muss den Kanal natürlich so ein bisschen für sich interpretieren, was die Content-Produktion, Engagement und alles ist, läuft Facebook ganz anders.

Aber so grundsätzlich, was das Advertising angeht, funktioniert es immer noch ganz hervorragend. Und das ist natürlich etwas, das ist natürlich etwas, die Personengruppe Ü40 hat natürlich in der Regel oft eine deutlich größere Kaufkraft als die jüngeren. Das ist auch ein Grund, warum Facebook immer noch ganz wunderbar funktioniert.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Dann vielleicht mal unter dem Aspekt der Kaufkraft. Wenn ich jetzt ein Unternehmen bin und mein Produkt oder Dienstleistung ist jetzt für verschiedene Altersstrukturen geeignet, wie spreche ich als Unternehmen überhaupt mehrere Generationen gleichzeitig an? Oder müsste ich das spezifisch pro Ziel- und Kaufgruppe machen?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Es kommt ja immer darauf an, ob wir im Content oder im Advertising sind, einen meiner Kanal pflegen möchte und mit Content, also Content produzieren möchte, der irgendwie für alle Altersgruppen und unterschiedlichen Interessensgruppen gleichermaßen bestimmt ist. Dann kommt es halt wirklich auf einen strategischen Ansatz an. Dann muss man halt einfach so ein bisschen schauen, okay, welche Themen interessiert die eine Gruppe, welche Themen interessiert die andere Gruppe und dann muss ich einfach eine gelungene Mischung finden, um wirklich quasi das Entertainment Level aller Zielgruppen quasi hochzuhalten, gleichermaßen zu bespielen.

Beim Advertising ist es ja gar nicht so schwierig, weil wir einfach mit unterschiedlichen Zielgruppen arbeiten. Wenn ich in der Werbung unterwegs bin und meinen Funnel aufgebaut habe, ich vergleiche das immer ganz gerne mit einem Trichter, den Trichter schneide ich in unterschiedliche Scheiben. Je größer der Durchmesser der Scheibe ist, desto größer ist meine Zielgruppe und oben schmeiße ich ganz, ganz viele Menschen rein, die potenziell für mein Produkt oder meine Dienstleistung interessant sein könnten.

Und unten kommen meine Käufe, meine Leads, meine was auch immer ich als Ziel gesetzt habe raus. Und wenn ich unterschiedliche Zielgruppen habe, dann kann ich halt auch einfach die Zielgruppen unterschiedlich ansprechen. Das heißt, wenn ich junge Leute habe, dann stelle ich Werbeanzeigen für genau diese Zielgruppe.

Wenn ich ältere Personen habe und die Pain Points dieser Personen kenne, das ist ja wichtig, dieser Personengruppe, dann spreche ich sie ganz individuell und anders an. Das heißt also, der Weg ist natürlich grundsätzlich der gleiche, aber die Ansprachen sind differenziert und unterschiedlich und deswegen ist es im Advertising überhaupt gar kein Problem, mit unterschiedlichen Zielgruppen zu arbeiten.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Wenn wir über den Kundenfunnel sprechen, also vom Erstkontakt bis zum Kauf, merkt man ja vor allem eins. Viele Kunden orientieren sich heute über Social Media und nicht mehr nur über Google. Könntest du das aus deiner erlebten Praxis so bestätigen?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Ja, du hast ja die Gen Alpha vorhin schon angesprochen. Genau, das ist, glaube ich, die Generation, wo wir es am deutlichsten merken, dass quasi in ganz vielen Bereichen gar nicht mehr unbedingt sofort Google gefragt wird oder Chat-GPT, das ist ja auch ganz weit vorne inzwischen, sondern erst mal auf Social Media geguckt wird. Da gibt es ja unterschiedliche Gründe, warum das so ist.

Und man merkt schon deutlich, dass gerade die jüngeren Generationen oder diese Suchfunktion auf Social Media für sich nutzen und erst mal dort nach Meinungsbildern, nach Meinungsbildern, nach Stimmungsbildern schauen, um sich selbst auch irgendwie ein Bild zu machen. Das merkt man schon sehr deutlich und bei der Gen Alpha ist es halt natürlich jetzt sehr, sehr deutlich. Also die ganz Jungen, die jetzt nachkommen, die sind auf jeden Fall in ganz vielen Bereichen auf den sozialen Medien unterwegs.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Wie verändert Social Search denn dann eigentlich die Rolle von Marken? Also jetzt zum Beispiel vom klassischen Push zu Pull?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Also es ist natürlich so, dass wir, also Social Media ja quasi eben einen Ansatz hat, wo wir mit unserer Dienstleistung oder mit unserem Produkt auf die Zielgruppe zugehen können. Das heißt also gar nicht darauf angewiesen, wir wollen ja auch gar nicht, dass die Leute danach suchen, weil wenn sie suchen, sind sie ja in ihrem Entscheidungsprozess ja schon relativ weit. So, das was oder was natürlich anders ist, diese Suchfunktion auf den sozialen Medien, da geht es ja eher darum, was im Content produziert wird.

Also ich kann ja keine, nicht nach expliziter Werbung suchen und da ist es natürlich so, dass sich vor allem das Posten im Bereich des Contents sicherlich verändert hat. Das Thema Keywords zum Beispiel war im Social Media ganz lange nie ein Thema. Hashtags kennen wir alle auf Instagram, auch was Trends und so angeht.

Aber das Thema Keywords war, kennen wir nur aus dem SEO, aus dem SEA, also aus anderen Online-Marketing-Bereichen. Inzwischen ist es aber so, dass auch im Social Media wir diesen Wandel feststellen und gerade das Thema Keywords, Keyword-Suche, Informationsgehalt, Referenzen, Reputationen, Meinungsbilder einen wahnsinnig großen Stellenwert im Social Media eingenommen hat, weil wir natürlich eben mitbekommen oder weil man natürlich mitbekommt, dass die Gen Alpha und auch die Gen Z in gewisser Weise genau diese Kanäle nutzen, um sich selber irgendwie mal so ein Bild, so ein Bild zu finden. Wir wissen das alle, wenn wir bei Google irgendwie nach einem Restaurant suchen, dann sehen wir die Google-Bewertungen, die sind relativ anonymisiert. Man sieht dann, sag mal Christian M.

aus Osnabrück hat irgendwie dieses Restaurant bewertet, aber keiner kennt diesen Christian M. aus Osnabrück und das ist ja das, was Social Media halt eben anders darstellen lässt. Wir haben halt im Social Media, wenn dort jemand oder es gibt halt immer Menschen hinter diesen Accounts in der Regel oder oft Menschen hinter diesen Accounts, die man auch wirklich sieht und mit denen man das Ganze verbindet.

Und wenn dann jemand sagt, ja, wir waren in dem und dem Restaurant und es war mega, dann hat das einfach einen ganz anderen Stellenwert, als wenn ich eine relativ anonymisierte Google-Bewertung lese. Und genau dieser Punkt, gerade so in den Bereichen Mode, Lifestyle, Sport, Gastronomie hat einen immensen Stellenwert und kann natürlich gerade in diesen ganzen Bereichen oder in diesen Branchen halt auch genutzt werden, um sich da zu positionieren und um einfach so einen gewissen Trustwert zu zeigen und einfach dieses positive Empfehlungsmanagement quasi hervorzuheben.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Maze, aus deiner Sichtweise, könnte denn Social Media die klassischen Suchmaschinen langfristig ergänzen oder meinetwegen sogar ablösen?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Ergänzen, ja. Ablösen, nein. Ergänzen auf jeden Fall.

Ich glaube, in ganz vielen Bereichen findet man auf Social Media ganz viele Informationen, die authentisch sind. Und ich glaube, das ist auch so ein großer Punkt, dieses Thema Authentizität, glaube ich, ganz wichtig, auch gerade bei den Jüngeren. Und deswegen ist es ergänzend auf jeden Fall.

Ablösen, nein, ich glaube, also meine Meinung ist, das wird wohl nicht passieren.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Okay, sobald ich gefunden werde, geht es ja auch immer um Beziehung. Community Management war ja lange ein, ich sage mal, nice to have. Wie definierst du heute erfolgreiches Community Management, insbesondere dann unter dem Aspekt der Authentizität?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Ja, also auch da kommt es natürlich immer wieder auf den strategischen Ansatz an. Also was möchte ich eigentlich mit meinen Social-Media-Kanälen erreichen? Aber wenn ich sage, mir ist Content wichtig und ich möchte einfach guten Content auf meinem Kanal veröffentlichen, ich möchte diesen Boost, den ich damit natürlich habe, mitnehmen, dann ist Community Management definitiv wichtig.

Also man muss ja eines wissen, Private, es gibt die privaten Accounts auf Instagram, auf TikTok, auf, ich nehme jetzt mal Facebook raus, weil die Engagement Rate, also die Interaktion auf Facebook natürlich eine deutlich andere ist als auf Instagram und TikTok. Alles, was privat ist, da haben wir natürlich immer relativ hohe Engagement Rates. Wenn ich als Unternehmen einen Account habe, dann sollte ich natürlich dieses Thema Authentizität, du hast es ja auch gerade nochmal angesprochen, immer im Fokus behalten.

Das heißt also, Social Media ist ja oft, oder Social Media fasziniert ja, weil ich als Mensch mit meinem Handy in der Hand das Gefühl habe, ich bin Teil des Lebens anderer Menschen, die mich quasi in ihrem Alltag mitnehmen. So, das ist ja der Ursprung von Social Media und deswegen ist es für Unternehmen so wichtig, authentisch zu bleiben und im besten Falle diesem Unternehmen ein Gesicht zu geben. Das heißt also auch wirklich Menschen zu haben, die man mit diesem Unternehmen in Verbindung bringt und die dann natürlich auch auf dem Account entsprechend zu sehen sind, die in den Reels zu sehen sind oder die auch mal Interview-Ausschnitte geben oder die in irgendeiner Form präsent sind, damit es halt nicht nur ein anonymisierter Unternehmens-Account ist.

Das geht bei Nike, bei Adidas, also bei Brands, die natürlich weltweit bekannt sind und die einfach, ja, ich sage mal fast machen können, was sie wollen, weil sie einfach so beliebt und bekannt sind. Aber wenn ich als klein- und mittelständisches Unternehmen unterwegs bin, ist es halt wichtig, gerade diese Authentizität zu bekommen, indem ich dem Ganzen irgendwie eine Stimme und ein Gesicht verleihe. Und gerade im Bereich Content ist das Thema Community Management super, super wichtig.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Könnte man denn Community Management komplett automatisieren oder sollte es menschlich und damit nahbar bleiben? Wo wäre Automatisierung aus deiner Sicht sinnvoll und wo braucht es unter Umständen echte Menschen?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Ich glaube gerade so in dem, was früher unter Community Management verstanden wurde. Jemand hat eine Anfrage oder irgendwie eine Frage, man bekommt eine DM, da ist eine Automatisierung natürlich total super, dass relativ schnell eine Antwort rausgeht, dass man vielleicht auch automatisiert bei Standardfragen auch Standardantworten verschickt. Da bin ich absolut d’accord.

Wenn es aber darum geht, mal so ein bisschen herauszufinden, was interessiert meine Community eigentlich? Welche Themenschwerpunkte interessiert sie? Wo finde ich meine Community?

Auch das ist natürlich etwas. Oder wie bringe ich mein Unternehmen eigentlich ins Gespräch, in der Zielgruppe, in die ich eigentlich möchte? Da kommt es, glaube ich, sehr auf Authentizität an.

Da kann ich mal ein Beispiel nennen. Es ist ja so, dass wir organische Reichweite generieren, indem halt, wie schon gesagt, geliked, geteilt und kommentiert wird. Und oft ist es ja so im Organischen, dass man ja gerne weiter möchte.

Also man möchte natürlich auch gerne Menschen erreichen, die schon zur Zielgruppe gehören, so ein bisschen das Ganze versuchen zu steuern. Und das ist auch eine Form des Community Managements, was viele gar nicht so wirklich auf dem Schirm haben. Und zwar habe ich ja auch die Möglichkeit, einfach selber mal mich im Netz so ein bisschen oder nicht im Netz, also bei Instagram und TikTok ein bisschen zu bewegen oder auch bei LinkedIn und zu schauen, okay, wo gibt es dann zum Beispiel Beiträge oder wo gibt es gerade Diskussionen, die sich um mein Produkt oder meine Dienstleistung drehen?

Und da kann ich ja selber zum Beispiel auch mal Beiträge kommentieren, um als Unternehmer natürlich oder als Unternehmen, um mich, meine Expertise, mein Unternehmen in einem Bereich zu positionieren, wo ich ja weiß, dass ich meine eigene Zielgruppe auch werde, weil sie gerade eh schon über gewisse Dinge diskutieren oder sich über gewisse Dinge austauschen. Und das ist etwas, es ist ein proaktives Community Management, so würde ich es mal nennen. Und das ist ganz wichtig, um gerade organisch sich einfach ein bisschen breiter aufzustellen.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Jetzt haben wir ja über Authentizität und Trust gesprochen und überall da, wo Vertrauen entsteht, entsteht ja auch eine Kaufbereitschaft. Aus meiner Sicht wären wir da jetzt bei einem Thema, was in den Medien sehr heiß diskutiert wird, nämlich TikTok Shop oder generell Social Commerce. Und TikTok Shop wird ja mittlerweile auch als sehr großer Game Changer gesehen.

Wie schätzt du denn die Chancen für Marken in Deutschland ein, die daran teilnehmen wollen?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Es gibt wahnsinnige Chancen und ja, wird als großer Game Changer gesehen und ist auch sicherlich ein großer Game Changer. Der TikTok Shop ist ja erst 2025 in Deutschland quasi aktiviert worden. Das heißt, so lange ist er noch gar nicht aktiv.

Die Zahlen, die man aber gezogen hat oder ziehen konnte, sind wahnsinnig vielversprechend. Da muss man vielleicht ein bisschen wissen. TikTok ist ja ein Account oder ein Kanal, der rein aus Videos besteht und wische dann immer schön nach oben, um das neue Video anzuschauen.

Das heißt also, ich sehe Bewegtbilder mit Informationen oder mit Entertainment Aspekten oder was auch immer sehr schnell aufeinanderfolgend und hintereinander. Das heißt, es geht wirklich zack, zack, zack, zack, zack, immer ein paar Sekunden. Und so wird natürlich das Gehirn wahnsinnig schnell getriggert und bekommt irre viele Informationen und schnell aufeinanderfolgend.

Und das fesselt einen natürlich am Handy. Jeder, der TikTok auf dem Handy hat oder auf Instagram auf dem Handy hat, weiß ja, wie schnell man viel Zeit auf diesen Kanälen verbringen, quasi auf dieser Plattform ist und dann immer und immer wieder diese Videosequenzen sieht und sich dann da durchswipet, dann ist halt auch schnell mal eine dreiviertel Stunde weg, weil man einfach gefesselt ist. Und das, was ja TikTok vor allem oder was die Nutzer von TikTok vor allem wollen, ist auf dieser Plattform bleiben.

Sie wollen sich eben diese kurzen Videos anschauen und zwar schnell hintereinander. Das heißt, das Gehirn möglichst mit vielen Informationen, mit viel Entertainment füttern, zack, zack, zack, hintereinander. Was die Nutzer auf dieser Plattform nicht wollen, ist die Plattform verlassen, irgendwelche Kaufprozesse und so weiter eingehen.

Deswegen war es so, dass im Advertising oder ist es bei uns zumindest so gerade im E-Commerce, Instagram tatsächlich ganz oft stärker ist als oder oft stärker war als TikTok. Mit dem TikTok-Shop ist es natürlich so, dass den Nutzern auf dieser Plattform eine Möglichkeit gegeben wird, ihrem Shopping-Wahn nachzugehen, ohne die Plattform verlassen zu müssen. Das heißt, es läuft alles auf dieser Plattform.

Man wird nicht auf irgendwelche Webseiten gedenkt, muss dann mal 35 mal klicken und so weiter und so fort, sondern man bleibt einfach auf der Plattform und kann wirklich in Mindest eine mit wenigen Klicks seinen Konsumdrang nachgehen. Und ja, ohne jetzt irgendwie irgendwohin geleitet zu werden. Und ich glaube, dass das ein großer Vorteil ist, den der TikTok-Shop mit sich bringt.

Und ich glaube, deswegen ist es einfach ein irrer großer Hype, der dort gerade entsteht.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Welchen Kaufkrafthebel siehst du bei Social Commerce im Vergleich zu klassischen Online-Shops oder Marktplätzen?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Ich glaube, der Kaufkrafthebel ist groß, weil es natürlich, also weil ich, oder weil es ein Kanal ist vor allem, der genutzt werden kann, um vom Erstkontakt, also von der Kaltakrise bis zum Kaufabschluss, den Nutzer in Gänze verfolgen kann. Also das ist etwas, wenn wir uns jetzt zum Beispiel die klassische Google-Werbung anschauen. Ich sage mal, ich habe irgendwie, ich weiß, ich möchte jetzt irgendwas kaufen oder ich suche irgendwie gerade ein Weihnachtsgeschenk für Mutti, Vati oder sonst wen.

Das heißt, ich weiß auch genau, was ich suche. Den Begriff gebe ich bei Google ein, dann sehe ich die ganzen Anzeigen oder Shopping-Anzeigen. Das heißt, ich bin natürlich in meiner Kaufentscheidung schon kurz vor Abschluss.

Und im Social ist es natürlich so, dass, wenn ich Werbung ausgespielt bekomme, im besten Fall mein Interesse geweckt wird, ich einen Bedarf verspüre. Ich sehe ja auch nicht nur das Produkt an sich, sondern ich sehe ja eine Geschichte dahinter. Wir wissen ja alle, jeder, der schon mal vertrieblich unterwegs war, weiß ja, Kaufentscheidungen werden in der Regel im Bauch gefällt und nicht im Kopf.

Der Kopf spielt ja nur eine untergeordnete Rolle. Erstmal muss das Bauchgefühl stimmen. Und das ist ja dieser entscheidende Faktor, den Social Media ausspielt.

Wir können über Storytelling, über tolle Bilder, über diese Pain-Points, also über Problemlösungsansätze, die mein Produkt natürlich bietet, ihm genau dieses positive Bauchgefühl vermitteln und können dann den Nutzer wirklich vom Erstkontakt bis hin zum Kauf verfolgen. Das tun wir natürlich auch mit einem guten Tracking. Also Tracking ist sowieso ganz, ganz wichtig.

Sie haben immer alle Daten sammeln, die man bekommen kann. Wichtig natürlich mit Pixel, Conversion API, Insight Tech und welche Möglichkeiten wir da sonst noch so haben. Und dann ist es natürlich, glaube ich, schon ein wahnsinniger Hebel, den ich nutzen kann.

In Kombination natürlich mit den anderen Kanälen, weil was wir auch wissen, zum Beispiel ist diese Cold-Akquise, die wir auf Social Media haben, dieser Erstkontakt, wirkt sich auch ganz oft positiv auf die bezahlte Google-Werbung, also auf den Seher-Bereich aus, weil wir natürlich quasi aufmerksam machen auf Produkte, auf Unternehmen und wir oft merken, dass wenn wir Social Werbung schalten, sich zum Beispiel auch die Suche nach einer Brand, nach den Unternehmen auf Google verändert. Das merken wir vor allem, wenn wir Unternehmen haben oder Kunden haben, mit denen wir ins europäische Ausland expandieren dürfen, wo halt das Unternehmen, diese Brand noch gar nicht bekannt ist. In dem Moment, wo wir Social Werbung schalten, merken wir auch den Boost im Seher-Bereich und deswegen habe ich ja vorhin auch noch mal so vom Gesamt- Marketing-Mix gesprochen, deswegen ist es halt wichtig, nicht jeden Bauchbein einzeln für sich zu betrachten, sondern auch wirklich zu gucken, okay, was sind die Stärken jedes einzelnen Bereiches und wie kann ich das strategisch so perfekt zueinander bringen, dass der eine Bereich vom anderen profitieren kann.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Ja, absolut. Genau. Gerade der Aspekt Bauchgefühl ist ja auch aus ökonomischer Sicht relevant.

Spätestens seit Daniel Kahnemann wissen wir ja, dass viele unserer Kaufentscheidungen nicht rational getroffen werden, sondern eher schnell intuitiv oder emotional und auf Plattformen wie TikTok wird das dann besonders sichtbar. Also diese schnellen kurzen Videos lassen ja Werbung und echte authentische Inhalte direkt miteinander verschmelzen. Für uns Zuschauer fühlt sich das ganz natürlich an und genau daran liegt ja auch der Einfluss.

Hinter all dem steckt ja auch Technologie, mittlerweile vor allem KI und Algorithmen. Welchen Einfluss haben künstliche Intelligenz und algorithmisches Targeting damit auf das Social Media Marketing?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Oh ja, absolut. Also nicht nur in der Content-Produktion, wo man ja sicherlich auch mal so ein paar Ideen abgreifen kann. Ja, also KI ist ja auf den Plattformen allgegenwärtig.

Das heißt also im Klassischen oder früher war es ja so, dass wir targetiert haben, indem wir wirklich gesagt haben, okay wir haben eine Personengruppe, wir definieren die Interessen oder bei LinkedIn zum Beispiel Branchen oder Berufsbezeichnung oder sonstiges. Das was wir haben, schränken das Alte ein und haben damit unsere Zielgruppe. Das ist natürlich auch immer noch so, aber durch dieses ganze Thema Algorithmus, künstliche Intelligenz haben wir natürlich auch alternative Targetierungsmöglichkeiten, die wirklich rein auf diesen Metriken beruhen.

Und man muss eines wissen, der Algorithmus ist immer immer schlauer, als wir Marketing-Experten zusammen, weil der Algorithmus einfach viel, viel, viel, viel mehr Informationen hat, der Nutzer dieser Plattform. Also man muss sich ja vorstellen, kleinste Nuancen, also wirklich ein kurzer Verbleib auf einem Post, ein Reel, was vielleicht ein zweites Mal angespielt wird. Weil wir wissen ja Reels, wenn ein Reel durchgespielt wird, fängt es wieder von Neuem an.

Man bekommt ja nicht automatisch das Nächste ausgespielt, man muss ja geimpft werden, um weiterzukommen oder um das Nächste anzuschauen. Man kann sich nicht nur bedudeln oder berieseln lassen und jede kleinste Aktivität oder jeder kurze Verbleib, jedes Angucken wird vom Algorithmus gespeichert. Natürlich auch entsprechend des Themas dahinter.

Das heißt, der Algorithmus ist immer viel, viel schlauer als wir selbst und deswegen ergibt es natürlich Sinn, diese Daten, die dort hinterlegt sind, auch fürs Advertising zu nutzen. Was jetzt nicht bedeutet, dass ich sagen würde, wunderbar, die KI schaltet jetzt meine gesamte Werbung und dann läuft das hier ganz einwandfrei. Es gibt Bereiche, da funktioniert das ganz gut, es gibt aber auch ganz viele Bereiche, wo auch selbsttargetierte Zielgruppen wunderbar performen.

Und da kann ich mal kurz ein bisschen zum klassischen Targeting oder ein paar Gedanken zum klassischen Targeting mit dir teilen. Die Möglichkeit, die Social Media bietet, gerade wenn ich selber targetiere, ist ja, Personengruppen anzusprechen, die vielleicht augenscheinlich gar nicht so zur klassischen Zielgruppe gehören. Das heißt also, Menschen oder eine Zielgruppe zu targetieren, die erst mal weg ist, so ein bisschen über den Tellerrand hinausschauend.

Und das ist ja etwas, wo wir ganz viel dieses Try-and-Error-Prinzip verfolgen können im Social. Hin zu diesem, okay, ich will auch mal in anderen Teichen fischen, ich möchte mal ein bisschen nach links, ich möchte mal ein bisschen nach rechts, ich möchte mal so ein bisschen meine Fühler anders austreten, nicht nur da, wo ich immer schon bin. Wie weit kann ich die Angel eigentlich letztendlich schmeißen?

Das ist ja etwas, was wir halt über das Targetieren, über das eigene Targetieren herausfinden können. Und deswegen finde ich, neben dem ganzen Nutzen von der KI, von den Broad-Zielgruppen, also von Algorithmus gesteuerten Zielgruppen, von Advantage Plus-Zielgruppen, jeder, der schon mal Meta-Werbung geschaltet hat, weiß, was ich meine. Also neben den KI-gesteuerten Zielgruppen, die in der Regel gut performen, finde ich es auch immer super, da einfach mal so ein bisschen nach links und nach rechts zu schauen und genaue Dinge auszuprobieren.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Okay, mich würde jetzt mal interessieren, ob man sagen kann, dass sich KI und Algorithmus zwischen den verschiedenen Plattformen unterscheiden, also zum Beispiel bei Instagram oder TikTok. Kann man das so sagen, welcher Algorithmus schneller greift?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Also was aktuell, und das, ich sag mal, Unternehmen, die schon auf den Plattformen unterwegs sind, auch Privatpersonen, die auf den Plattformen unterwegs sind, die sagen eigentlich immer, dass zum Beispiel der TikTok-Algorithmus aktuell deutlich schneller ist als der Instagram-Algorithmus. Also was wir auf jeden Fall feststellen können, ist, dass das Follower-Wachstum bei gleicher Intensität der Bespielung tatsächlich, auch gerade was Engagement angeht und so, bei TikTok deutlich höher ist. Ob das wirklich dem Algorithmus geschuldet ist, oder ob es mit der Zielgruppe auf den jeweiligen Plattformen zu tun hat, ob das damit zu tun hat, dass sie und Jen Alpha, die wir natürlich dort unterwegs sind, nicht einfach vom Grundsatz her viel kommunikativer sind, einfach in ihrem gesamten, in ihrer gesamten Intention, diese Plattform zu besuchen.

Das ist natürlich immer so die grundsätzliche Frage, aber man sagt, also aktuell ist es schon eher so, dass TikTok, so sagt man, deutlich Engagement freundlicher ist und wir dann natürlich deutlich größere und schnellere Reichweiten, ja, Sprünge erzielen können.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Ja, und wenn du jetzt einem mittelständischen Unternehmen eine Praxisempfehlung im Bereich Social Media geben müsstest, was wäre das, was in den nächsten zwei Jahren definitiv greifen würde?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Ja, also Social Media ist ja ein riesen Bauchladen an Möglichkeiten und ich bin überhaupt gar kein Freund davon, als Unternehmen hinzugehen und zu sagen, okay jetzt möchte ich jetzt den Social Media Markt für mich erobern und ab geht’s und dann bespielen wir Meta und TikTok und LinkedIn müssen wir auch noch haben für den B2B-Bereich und alle Kanäle gleichermaßen und raus geht’s. Ich meine, das ist natürlich immer mit sehr viel Aufwand verbunden, sowohl was den strategischen Aspekt angeht als auch natürlich den Umsetzungsaspekt, also es ist halt einfach ein Zeitaufwand, der dahinter steckt. Ganz wichtig ist da auch noch mal für den B2B-Bereich zu erwähnen, weil wenn ich irgendwie im B2B-Bereich unterwegs bin, dann sagen alle sofort, oh LinkedIn ist der Kanal der Wahl.

Ja, aber nicht nur, denn wir dürfen Nummer eins nicht vergessen, wenn Unternehmen andere Unternehmen ansprechen, also B2B unterwegs sind, ist es ja oft so, dass wir nicht, wenn wir Werbung schalten, wollen wir ja nicht die Unternehmensaccounts erreichen mit unserer Werbung, sondern die Entscheider des Unternehmens und die Entscheider des Unternehmens sind natürlich auf LinkedIn unterwegs, auch gerade wenn sie in höheren Positionen unterwegs sind, sind aber auch genauso auf den privat genutzten Kanälen unterwegs als Privatperson. Das heißt also gerade im B2B-Bereich ist LinkedIn sicherlich immer noch federführend, aber man darf halt auch eben die anderen Kanäle nicht außen vor lassen.

Das heißt, man muss immer so ein bisschen schauen, wen möchte ich eigentlich erreichen, wie sieht diese Person aus, in welchem Umfeld bewegt sie sich und daraus resultierend definiere ich quasi die Kanäle, in die ich eigentlich quasi meine Zeit, mein Budget investieren möchte. Erarbeitet eine Strategie, genau, einfach da so ein bisschen Fingerspitzengefühl und nicht nur für die Social Media Bereiche oder Social Media Kanäle an sich, sondern auch einen strategischen Ansatz für den gesamten Online-Marketing-Bereich, weil wir sehen ja, oder viele Unternehmen sagen, wir haben hier SEO und dann haben wir hier SEA und dann haben wir hier Social Media und aus meiner Erfahrung der letzten Jahre heraus ist es einfach so, dass diese Kanäle auch ganz wunderbar positive Effekte voneinander haben können.

Also sie können einfach voneinander profitieren und deswegen ist es auch einfach, glaube ich, super wichtig, nicht nur eine Strategie für die eigenen Kanäle zu erstellen, sondern halt einfach diesen Gesamt-Marketing-Mix darzustellen, genau.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Dann lass uns doch mal zum Schluss einen kurzen Blick in die Glaskugel wagen. Welche Themen könnten für Unternehmen interessant werden? Welche Tipps könntest du uns mit auf den Weg geben?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Ja, also ich kann ja mal versuchen, mal so mein Meinungsbild zu beschreiben. Also das Thema KI ist auf jeden Fall super wichtig und bleibt im Fokus und wird auf jeden Fall immer und immer wichtiger. Das heißt also, KI ist sicherlich nicht nur eine Option, sondern sollte auf jeden Fall für sich genutzt werden, also Rauch auf den Zug, unter der Prämisse, dass die Authentizität nicht verloren geht.

Ich glaube, das ist der zweite wichtige Aspekt, den ich dort sehe. Also KI ist wichtig und super, aber natürlich sollte man trotzdem authentisch bleiben und eben diesen Grundgedanken von Social Media, diese Eins-zu-eins-Situation, dieser direkte Austausch, dieses ich folge einer Person, ich bekomme einfach Insights, das sollte natürlich nicht verloren gehen dabei. Das Thema KI ist aber auch gerade beim Videocontent eben super wichtig.

Also Videos bleiben wichtig, Videos sind wichtig und Videos bleiben wichtig und das wird auf jeden Fall so bleiben. KI bietet natürlich oder gibt die Chance, auch Videos zu erstellen, die auffallen. KI basiert ja einfach ganz neue Dimensionen zu erreichen, um damit natürlich aufzufallen.

Denn das, was wir natürlich wollen mit Bewegtbildern ist, also auffallen und von der Masse absetzen, entertainen, genau gesehen werden, weitergeleitet werden. Social Commerce haben wir vorhin auch sehr ausgiebig, also das Thema, ich platziere meine Produkte über den TikTok-Shop zum Beispiel oder ich habe eine Dienstleistung und baue den Funnel über Instagram. Also das ist natürlich, glaube ich, ein ganz, ganz wichtiger Baustein, vor allem weil es ja so ist, dass über diesen Social Commerce, also über das Advertising wir ja auch letztendlich oder die Unternehmen ja auch den Output bekommen.

Das heißt, man investiert und genau das ist natürlich der Bereich, womit ich Gewinn oder Umsatz generiere, Verkäufe generiere, Leads generiere, was auch immer meine Zielsetzung ist. Deswegen ist es natürlich super, super wichtig. Ich glaube, noch ein ganz wichtiger Punkt ist das Thema Fokus.

Also überlegt euch im Vorfeld, was ihr erreichen möchtet, wie ihr das Ganze oder wie ihr investieren wollt und setzt da den Fokus und wenn das ganz gut läuft, dann würde ich es erweitern.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Okay, wird denn Social Commerce langfristig Online-Shops ersetzen?

Nadine Sogl (Suchhelden):

Ja, es ist wahrscheinlich genauso wie jetzt das Thema, wird Google irgendwann ersetzt? Nein, das glaube ich nicht und ich glaube auch nicht, dass die Webshops grundsätzlich ersetzt werden. Es ist eine Ergänzung, genau eine Option und eine Ergänzung, die man auch glaube ich genauso einsetzen sollte.

Also es ist glaube ich einfach eine Möglichkeit, Personengruppen abzuholen, die ich sonst mit meinem Webshop nicht abgeholt hätte. Ich glaube nicht, dass man darüber das große Ganze abholt, sondern ich glaube, dass man darüber Menschen erreicht, die man halt sonst nicht erreicht hätte und ich glaube, also jetzt gerade so mit dem TikTok-Shop zum Beispiel, kann man natürlich einfach glaube ich Nischen schließen und füllen, die ich vorher wahrscheinlich nicht hätte füllen können und ich glaube, deswegen würde ich es immer als Ergänzung sehen.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

Ja Nadine, vielen Dank für diese spannenden Einblicke, die du mit uns geteilt hast.

Nadine Sogl (Suchhelden):

Sehr, sehr gerne, es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Dennis Kahl (Pecunia Flow ®):

TikTok hat die Customer-Journey auf ein neues Level gehoben. Ein Wischen, ein Klick und der Kauf ist erledigt. Das Ganze erinnert vielleicht an die Teleshopping-Sendung von früher, passiert aber heute in Sekunden, persönlicher, spontaner und vor allem mit globaler Reichweite.

Das Gespräch mit Nadine hat gezeigt, dass Content und Commerce zu etwas Neuem verschmelzen und das Vertrauen in Community macht dabei den entscheidenden Unterschied. Für Unternehmen steckt darin ein enormes Potenzial. Wer die Sprache von TikTok versteht und authentische, nahbare Inhalte liefert, kann hier gewinnen. Und eines ist klar: TikTok verändert nicht nur, was wir kaufen, sondern wie wir kaufen. Oft ohne, dass wir es überhaupt merken. Genau das macht diese Plattform so mächtig – und vor allem so spannend für die Zukunft.

  • Nadine Sogl @LinkedIn
  • Nadine Sogl im Interview mit OMT:

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