Bilanzanalyse

Bei der Analyse einer Bilanz steht im Wesentlichen das Beziehungsgeflecht eines Unternehmens im Fokus. Durch die Strukturierung ausgewählter Daten sollen dabei Erkenntnisse gewonnen werden, die für eine nähere Beurteilung eines Unternehmens durch Kreditgeber von Bedeutung sein können. Dazu werden durch den Vergleich von ausgewählten Daten Kennziffern gebildet, die einen näheren Aufschluss über den jeweils interessierenden Sachverhalt geben soll.

 

Bilanzanalyse: Welche Sachverhalte sind für die Beurteilung eines Unternehmens interessant?

Dabei kommt es bei einer Bilanz insbesondere

  • auf das Eigenkapital,
  • auf die Finanzierung,
  • auf die Zahlungsfähigkeit (Liquidität),
  • auf den Lagerumschlag und in diesem Zusammenhang im Ganzen
  • auf die Einhaltung betriebswirtschaftlicher Grundsätze

an. Bei der Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind vor allem

  • der Jahresgewinn,
  • der Umsatz und
  • die Rentabilität

entscheidend.

 

Eigenkapital

Das Eigenkapital bildet den Ursprung alles ökonomischen Wirtschaftens und ist demgemäß auch die tragende Säule einer Unternehmung. Im Zuge von Basel III gilt ferner, dass ein hoher Anteil an Eigenkapital auch die notwendigen Voraussetzungen für eine weitere Zufuhr von Fremdkapital schaffen kann.

Insbesondere Eigenkapital sorgt dafür, dass notwendige Anlagevermögen für den weiteren Fortlauf eines Unternehmens angeschafft werden könnte.

 

Finanzierung

Sollte das Eigenkapital dennoch nicht ausreichen, müssen Darlehen für langfristige Investitionen aufgenommen werden. Bei einer Bilanzanalyse kommt es daher darauf an, wie viel Eigenkapital und wie viel Fremdkapital existiert und wie viele Anlagegüter für den weiteren Unternehmensfortlauf angeschafft worden sind.

Eine optimale Finanzierung beinhaltet, dass die fremd aufgenommenen als auch die eigenen Mittel genau so lange einem Unternehmen zu Verfügung stehen, wie sie auch zielgerecht im Unternehmen benötigt werden. Das Anlagevermögen sollte demnach mit langfristigem Kapital finanziert sein. Erst dann ist die Rückzahlung aus den korrespondierenden zu erwartenden Umsätzen gewährleistet und stellt die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens sicher.

Vorräte, beziehungsweise ein Lagerbestand nehmen dabei eine Sonderstellung ein. Da sowohl beim Handel als auch in der Industrie nicht auf Vorräte verzichtet werden kann, gilt in der Finanzwelt Ihr Dauerbestand als geschäftsnotwendig.

Demnach sollten Vorräte am besten in voller Höhe längerfristig finanziert sein. Der Anspruch einer optimalen Finanzierung bedeutet demnach, dass sowohl das Anlagevermögen als auch ein Großteil des Vorratsvermögens langfristig gedeckt ist.

 

Lagerumschlag

Ein Warenlager und seine einzelne Zusammensetzung hinsichtlich Sortimentsbreite und –tiefe stellt eine zentrale Rolle des betrieblichen Geschehens dar und entscheidet essenziell über den Erfolg eines Unternehmens am Markt.

Während ein zu großes Lager unnötig Kapital bindet, erscheint bei einer zu kleinen Lagerhaltung die Lieferfähigkeit gefährdet. Gerade im Bereich des eCommerce sind eine schnelle Bedienung von Aufträgen im täglichen Wettbewerb ein unverzichtbarer Bestandteil eines kundenorientierten Marketings.

Von der reinen Distribution unabhängig, sollten demnach ebenso die Halbprodukte, Rohstoffe und Zulieferteile stets reichen, um einen schnellen Markt bedienen zu können.

Ein häufiger Lagerumschlag macht damit aus einem Warenbestand stets eine flüssige Geldanlage für eine Unternehmung. Die Lagerhöhe an sich, sagt dabei wenig aus. Die Lagerhöhe zeigt lediglich, wie viel Kapital in einem Unternehmen gebunden ist und sollte demnach zum größten Teil mit längerfristigen Mitteln finanziert werden.

 

Liquidität

Die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens, als zeitnah verfügbares Geld, bildet den Konterpart zur klassischen Finanzierung; je nachdem, wie es im Unternehmen eingesetzt wird. Bei der Betrachtung der Zahlungsfähigkeit ist in der Bilanz zweckmäßig die gestaffelte „Geldnähe“ (Liquiditätsgrade) von Bedeutung: Was kann wann, zu wie viel veräußert werden?

Je länger es nach den betriebswirtschaftlichen Gesetzen des Marktes dauert, um einen Vermögensgegenstand zu Geld zu machen, umso weiter ist es von einem stetigen Geldfluss entfernt.

Was kann kurzfristig auf ein Unternehmen an Verbindlichkeiten zukommen? Woher nimmt ein Unternehmen das notwendige Geld, um alles zu bezahlen?

Bei festen Terminen der Tilgung von Darlehen kann ein Unternehmen den Ablauf genau kalkulieren und demnach seine Zahlungsverpflichtungen in die Liquiditätsplanung genau einbinden. Entscheidend ist hierbei, dass die geldnahen Mittel stets ausreichen, um sämtliche Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Dabei sind nicht nur klassische Kontokorrent-Linien entscheidend, sondern auch andere alternative Quellen. Je flüssiger ein realisierbares Umlaufvermögen im Verhältnis zur Verfügung steht, desto besser ist die Bonität einzuschätzen.

 

Umsatz, Rentabilität und Jahresgewinn

Im Mittelpunkt einer Bilanzanalyse steht die Entwicklung des erzielten Umsatzes. Häufig wird dieser Index eines Geschäftsvorfalls angerechnet, obwohl es auf den Umsatz alleine nicht entscheidend ankommt.

Bei einer Umsatzsteigerung könnte auf eine gute, kurzfristige Absatzlage geschlossen werden, die erwartungsgemäß mit einer entsprechenden Gewinnentwicklung einhergeht. Selten steigt allerdings der Jahresgewinn in gleichem Maße wie der Umsatz. Und häufig ist in der Praxis nicht selten der Fall vorzufinden, dass eine Umsatzsteigerung zu verzeichnen war, der Jahresgewinn dennoch zurückgefallen ist.

Eine Ausweitung des Umsatzes sagt demnach noch nichts über die fassbare Rentabilität einer Unternehmertätigkeit aus. Um beurteilen zu können, wie erfolgreich ein Unternehmen wirklich gewirtschaftet hat, müsste der Jahresgewinn mit in die Betrachtung herangezogen werden. Allerdings gilt es hierbei zu beachten, dass dieser gesetzlichen Bewertungs- und Bilanzierungswahlrechten unterliegt.

Um zu analysieren, wie „gut“ ein Unternehmen in Wirklichkeit abschneidet, wäre daher der ausgewiesene Gewinn um diese Einflussfaktoren zu bereinigen. Ansonsten wäre das Unternehmensbild gänzlich verfälscht.

Da die Ermittlung des „wahren“ Gewinns allerdings nicht ohne näheren Aufwand zu bestreiten ist, rückt der Umsatz daher als wichtiger Indikator in den Fokus einer Bilanzanalyse – trotz geringer Aussagekraft.

 

Fazit

Eine Bilanzanalyse mit den hier vorgestellten Teilbereichen erlaubt eine nähere Untersuchung eines Unternehmens, die für Kreditinstitute von besonderem Interesse sind. Denn insbesondere Fremdkapitalgeber führen im regelmäßigen Turnus standardisierte Analysen durch, um das Risiko eines Kreditengagements auch abschätzen zu können.

Zur Umsetzung geplanter Investitionen und Wachstumsstrategien müssen Unternehmen stets ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen. Auch in Zeiten niedriger Zinsen ist daher die Finanzierungsstruktur eines Unternehmens von maßgebender Bedeutung. Abhängigkeiten von den Kapitalgebern insbesondere Banken und Sparkassen sollen zudem vermieden werden.

Wir helfen unseren Kunden ihre Finanzierungsstruktur ausgewogen zu strukturieren und unterstützen sie in Verhandlungen mit Kreditinstituten, Leasinggesellschaften und anderen Kapitalgebern.

 

Die Pecunia Flow ® Unternehmensberatung berät im Hinblick auf folgende Zielsetzungen:

  • Optimierung der Finanzierung (z. B. Reduzierung der Kapitalbindung und Erschließung neuer Kapitalquellen)
  • Unterstützung bei der Umsetzung zur Stabilisierung bzw. Verbesserung des Rating-Ergebnisses
  • Verbesserung der Transparenz über die eigene Risikosituation und Kommunikation mit den Hausbanken (z. B. durch Ausbau der Controlling- und Risikomanagementsysteme, Erarbeitung einer Kommunikationsstrategie mit den Hausbanken).
  • Teilnahme an Gesprächen mit Banken, Kreditversicherern und ggf. Rating-Agenturen
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