Pecunia Flow Unternehmensberatung Dennis Kahl Münster Factoring

Neben dem Leasing hat sich ebenfalls das Factoring als weitere Finanzierungsquelle für mittelständische Unternehmen etabliert und dient insbesondere der Liquiditätsverbesserung. Factoring ist im Allgemeinen eine Finanzierungsmethode, bei der ein Unternehmen offenstehende Forderungen gegenüber seinen Kunden an einen Finanzdienstleister (Factoringgeber) verkauft.

Der Factoringgeber zahlt vorab von bis zu 90 Prozent der verkauften Forderungsbeträge taggleich aus und ist damit neuer wirtschaftlicher Eigentümer der Forderungen. Dabei handelt es sich in der Regel um kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die restlichen Zehn Prozent behält der Factoringgeber zunächst als Sicherheit für unberechtigte Skontoabzüge oder etwaige Mängelrügen ein. Bei einer fristgerechten Zahlung des Endkunden wird dieser Sicherheitseinbehalt dann dem verkaufendenden Unternehmen gutgeschrieben.

Der Kaufpreis orientiert sich an der Forderungshöhe abzüglich einer Gebühr und Zinsen für die vorab bereitgestellte Liquidität.

Per Definition dient dieser Finanzierungsbaustein dementsprechend zur umsatzkongruenten Betriebsmittelfinanzierung und verhindert, dass bei einem mittelständischen Unternehmen wertvolles Kapital durch zu lange Zahlungsziele von Kunden in offenen Außenständen gebunden bleibt.

In der Praxis informiert ein Unternehmen seine Kunden darüber, dass die ihm gegenüber bestehenden Forderungen an einen Factoringgeber verkauft wurden und der Rechnungsbetrag auch an diesen zu zahlen ist.

Im Gegenzug hat ein Unternehmen dem Factoringgeber laufend die Rechnungsdaten über die Forderungen zur Verfügung zu stellen.

 

Verschiedene Arten des Forderungsverkaufs

Durch die Wahl der Factoring-Art kann ein mittelständisches Unternehmen Vorzüge generieren. Diese Vorzüge können aufgrund verschiedener Konstellationen sehr vielfältig ausgestaltet sein:

Fullservice – Factoring

Neben einer umsatzkongruenten Finanzierung umfasst das Fullservice – Factoring auch eine hundertprozentige Risikoabsicherung (Delkredereschutz) durch den Factoringgeber. Durch den Forderungsverkauf obliegt dem Factoringgeber auch das Debitorenmanagement inklusive dem Mahnwesen.

Inhouse-Factoring

Bei einem Verfahren des Inhouse-Factorings nutzt ein Unternehmen die Finanzierung und Risikoabsicherung durch den Factoringgeber. Auf alle weitergehende Dienstleistungen hinsichtlich des Debitorenmanagements wird allerdings verzichtet. Für den Factoringgeber führt ein Unternehmen dann die Debitorenbuchhaltung selbst durch. Es besteht allerdings die Möglichkeit, zu einem bestimmten Zeitpunkt den Factoringgeber mit einer Mahnung zu beauftragen.

Echtes vs. Unechtes Factoring

Bei einem so genannten echten Factoring übernimmt der Factoringgeber das Ausfallrisiko (Delkredereschutz) der Forderungen. Dieses Verfahren eignet sich insbesondere für Unternehmen, die stark von hohen Forderungen gegenüber ihren Kunden abhängig sind. Factoring ohne eine Übernahme des Ausfallrisikos wird als unechtes Factoring bezeichnet und hat ausschließlich eine reine Finanzierungsfunktion. Dieses Verfahren kann eine kostengünstige Alternative für Unternehmen mit einem sehr zuverlässigen Kundenkreis sein.

Offenes vs. Stilles Factoring

Bei einem offenen Factoring wird der Kunde eines Unternehmens über den Forderungsverkauf unterrichtet. Der Kunde muss seine Rechnung direkt an den Factorer bezahlen. Beim Verfahren des stillen Factorings kann der Kunde eines Kunden nicht erkennen, dass eine Abtretung der Forderung an den Factoringgeber stattgefunden hat.

Factoring Choice

Bei diesem Verfahren werden nicht sämtliche Forderungen, sondern nur Forderungen ausgewählter Debitoren an den Factoringgeber verkauft. Dieses ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn sich manche Kunden eines Unternehmens lange Zahlungsziele wünschen.

Ultimo-Factoring

Bei einem Ultimo-Factoring können Forderungen eines Unternehmens über einen kurzen Zeitraum und zu einem bestimmten Zeitpunkt an den Factoringgeber verkauft werden. Dieses kann zum Beispiel über den Bilanzstichtag oder über das Quartalsende sein und wird vor allem für eine Optimierung der Bilanzstruktur eingesetzt.

 

Vorteile des Forderungsverkaufs
  • Durch den Forderungsverkauf werden die offenen Außenstände unmittelbar in Kontobestände umgewandelt. Mithilfe der erhöhten Liquidität kann ein Unternehmen seine Verbindlichkeiten gegenüber den Lieferanten schneller begleichen, Skonti nutzen und damit Geld sparen.
  • Sicherheiten können für die Inanspruchnahme von Kontokorrentkrediten freigesetzt werden, welche besonders für mittelständische Unternehmen wichtig sind.
  • Durch den Verkauf von Forderungen an den Factoringgeber werden in der Bilanz / BWA die Außenstände reduziert, was in den meisten Fällen zu einer Erhöhung der Eigenkapitalquote zur Folge hat. Dies kann sich positiv auf das Bank-Rating auswirken.
  • Mit einem verbesserten Rating können künftig auch die Kosten für die Fremdfinanzierung verringert werden.
  • Durch die Übernahme des Ausfallrisikos, des Forderungsmanagements und des Mahnwesens durch den Factoringgeber können unter Umständen die Fixkosten im administrativen Verwaltungsbereich eines Unternehmens gesenkt werden.
Nachteile des Forderungsverkaufs
  • Da der Factoringgeber in den meisten Fällen das Inkassowesen übernimmt, ist zu beachten, dass die persönlichen Beziehungen zu wichtigen Kunden verloren gehen oder Schaden nehmen können. Es sind begleitende Kommunikationsmaßnahmen gegenüber den Kunden sinnvoll.
  • Durch den Forderungsverkauf könnte die Befürchtung geäußert werden, dass ein Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten stecken könnte. Auch hier können begleitende Kommunikationsmaßnahmen gegenüber den Kunden als sinnvoll erscheinen.

 

Was kostet Factoring?

Die Kostenstruktur ist in der Regel vom Brutto-Jahresumsatz, der Höhe der Finanzierungslinie und dem Umfang von übernommenen Dienstleistungen (Übernahme Ausfallrisiko, Mahnwesen, etc.) abhängig.

Die Einsparungen bei den Verwaltungskosten sowie die Zinsvorteile aus der Liquiditätssteigerung sollten in jedem Fall in Form von Vergleichsrechnungen den Finanzierungskosten gegenübergestellt werden.

 

Pecunia Flow Unternehmensberatung Dennis Kahl Münster Parameter Factoring

Einflussfaktoren auf Kosten Factoring

 

Als Faustformel gilt: Ab einem Jahresumsatz von rund 2 Millionen Euro könnte der alternative Finanzierungsbaustein Factoring durch Forderungsverkauf für ein mittelständisches Unternehmen interessant werden. Unter dieser Grenze sind die variablen Stückkosten pro Forderung für ein Unternehmen kaufmännisch zu hoch, sodass in diesem Fall die Kosten den Liquiditätsvorteil aufheben.

 

Ist Factoring für mein Unternehmen geeignet?

Neue Produktentwicklungen oder die Erschließung neuer Märkte erfordern Kapital. Ob eigen- oder fremdfinanziert: Es muss zu Ihren Plänen für jede Unternehmensphase passen. Ein Forderungsverkauf ist besonders für mittelständische Unternehmen interessant, die stark wachsende Umsätze mit zugleich hohem Wareneinsatz haben und durch Skontierung im Einkauf Geld sparen können.

Eine optimale Unternehmensfinanzierung ist genau so komplex als auch wichtig. Nutzen Sie unser kostenloses Erstgespräch zur Beratung. Die Pecunia Flow ® Unternehmensberatung freut sich über Ihr Interesse und Ihre Anfrage.

Bewertung
Artikel bewerten:
[Total: 2 Durchschnitt: 4.5]