Finanzplanung

Egal ob digitale Transformation oder die aktuelle Niedrigzinsphase: an Herausforderungen für mittelständische Unternehmen soll es auch im Jahr 2018 nicht mangeln. Deshalb ist es umso wichtiger, dass eine solide Jahresplanung gemacht wird: Erfolg benötigt eine Finanzplanung. Jeder Unternehmer weiß, dass Erfolg nicht vom Himmel fällt, sondern das Ergebnis einer Strategie, eines Plans und deren Umsetzung ist.

 

Vorbereitung auf das Bankenrating

Das erste Quartal sollte Anlass eines jeden Unternehmens sein die Entwicklung der eigenen Firma zu reflektieren und für die kommenden Monate zu prognostizieren. Im Idealfall wird dabei zu diesem Termin das gesamte Geschäftsmodell auf den Prüfstand gestellt.

Dieser Aspekt bildet dann die Basis für eine quantitative und konkrete Unternehmensplanung. Im Optimum zeigt die Unternehmensplanung später die Entwicklung der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz sowie vor allem der Liquiditätsplanung wieder.

Diese Vorgehensweise bietet vor allem Pluspunkte beim Rating der Hausbank, kostet aber Unternehmern viel Zeit. Wer sich entlasten will, beauftragt einen Unternehmensberater die Planung vorzubereiten. Die eine richtige 08/15-Vorgehensweise gibt es allerdings nicht. Es existiert keine Schablone aus der Schublade, die auf jedes Unternehmen passt.

Allerdings können rudimentäre Grundsätze bei der Orientierung helfen. Hier sollen im Folgenden einige vorgestellt werden.

 

Umsatzplanung und Berechnung des Mindestumsatzes

Welcher Mindestumsatz muss erreicht werden? Eine Umsatzplanung zeichnet eine Prognose der Umsätze nach Monaten ab. Um frühzeitig mit entsprechenden Maßnahmen reagieren zu können, sollten sowohl positive als auch insbesondere negative Entwicklungen mit in die Betrachtung einbezogen werden. Es spricht nichts dagegen mit verschiedenen Szenarien zu kalkulieren. Allerdings kann eine zu vorsichtige Prognose sich genauso als Fehler erweisen wie umgekehrt eine sehr rosige Sichtweise.

Sollte sich zum Beispiel der Verkauf eines Produktes besser erweisen, zieht dieses im Gegenzug einen höheren Kapitalbedarf bei der Vorfinanzierung der Waren nach sich. Ebenfalls ist es wichtig, dass Skonti und Rabatte bei der Planung der Umsätze mit berücksichtigt werden. Gegebenenfalls ist die eigene Preisstruktur zu überdenken und neu zu justieren.

 

Investitionsplanung und Finanzierung

Welche Wirtschaftsgüter müssen angeschafft werden? Eine Investitionsplanung bestimmt den notwendigen Kapitalbedarf für die kommenden Jahre. Im Optimum liegen für diese kapitalintensiven Vorhaben bereits Finanzierungsangebote vor.

Es geht darum alle neuen Anschaffungen für die weitere notwendige Geschäftsfortführung detailliert aufzunehmen – und zwar für sämtliche betriebliche Abteilungen.

Eine tabellarische Übersicht der Investitionen für die nächsten zwei Jahre ist dabei der erste Schritt. Dabei sollten neben der eigentlichen Anschaffung auch das vorgesehene Anschaffungsdatum sowie sämtliche Nebenkosten, wie zum Beispiel Mitarbeiterschulungen, vermerkt werden.

 

Liquiditätsplanung – Zahlungen und Zukunft im Blick

Bei einer professionellen Liquiditätsplanung sollte mindestens eine detaillierte Übersicht der Zahlungsein- und ausgänge für die nächsten drei Monate vorliegen. Ziel dabei sollte es sein, die Rentabilität zu steigern und das Working Capital zu verbessern.

Wesentliche Aspekte sind dabei Konditionen, wichtige Lieferantenbeziehungen und der Anteil an sehr guten Kunden. Anhand dieses Bausteins kann mit der Hausbank die Höhe des notwendigen Kontokorrentkredites ausgehandelt werden.

Nach Erfassung des Anfangbestandes an liquiden Mitteln basiert die Liquiditätsplanung auf Einzahlungen wie zum Beispiel Verkaufserlöse, Steuererstattungen, Zinseingängen, Kreditaufnahmen oder Privateinlagen. Im Gegenzug dazu fließen Ausgaben für Wareneinkauf, Personalkosten, Steuern oder Miete, Leasing und Werbung ab.

Die Liquiditätsplanung sollte monatlich rollierend aktualisiert und fortgeschrieben werden, um Zahlungsengpässe früh erkennen zu können.

 

Finanzplanung – Zahlungsströme und Kapitalstruktur

Bei der Finanzplanung fließen sämtliche Ergebnisse der Investitions- und Liquiditätsplanung ein, um den endgültigen Kapitalbedarf zu eruieren. Die Basis spiegelt dabei die potenziellen Quellen aus den der notwendige Finanzierungsbedarf gedeckt werden kann. Aspekte, wie sich zum Beispiel das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital verbessern lässt, sollten ebenfalls mit in der Überlegung berücksichtigt werden.

Nach einzelnen Monaten aufgeschlüsselt, sollte die Finanzplanung einen Zeitraum von bis zu drei Jahren abdecken. Alles darüber hinaus verliert an Aussagekraft aufgrund sich stetig ändernde Rahmenbedingungen.

Wichtig ist dabei auch, dass bei der Finanzplanung die Kapitaldienstfähigkeit berechnet wird. In diesem Sinne sollte die Liquiditäts- und Investitionsplanung nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Brücke für die Finanzplanung permanent im Fokus stehen.

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