Wareneinkaufsfinanzierung Finetrading Pecunia Flow Unternehmensberatung Dennis Kahl Münster

Der klassische Kontokorrentkredit bei einer Hausbank bildet weiterhin den Kern der kurzfristigen Wareneinkaufsfinanzierung mittelständischer Unternehmen in Deutschland, wird aber verstärkend durch das Finanzierungsinstrument Factoring ergänzt.

Dennoch gilt neben dem klassischen Bankkredit der Lieferantenkredit als das wichtigste Finanzierungsinstrument bei der kurzfristigen  Fremdfinanzierung der KMU.

Dieser Blogbeitrag veranschaulicht, dass  durch alternative Finanzierungsinstrumente und dem erheblichen Refinanzierungsbedarf kleiner und mittlerer Unternehmen weiteres Wachstumspotenzial eröffnet werden können.

Überfällige Zahlungen werden zum Liquiditätsrisiko

Bei der Umfrage des Atradius-Zahlungsbarometer gaben 93 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland an, dass Rechnungen im vergangenen Jahr zu spät bezahlt worden sind. Von der Rechnungsstellung bis zur Zahlung überfälliger Forderungen warteten deutsche Firmen durchschnittlich 40 Tage. In diesem Studienergebnis nannten rund 22% der befragten Unternehmen eine Forderungslaufzeit von 31 bis 60 Tagen und rund 13 Prozent sogar eine Forderungslaufzeit von mehr als 60 Tagen.

Dieses Resultat sei insbesondere in den Bereichen der kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) sowie branchentypisch innerhalb des Fertigungs- und Handelssektors festzustellen. Gemäß Angaben der befragten Unternehmen nutzt fast die Hälfte eine Verzögerung von Zahlungszielen für die kurzfristige Finanzierung des Umlaufvermögens und weist damit auf eine oftmals unzureichende Liquidität hin.

Der Trend, dass Lieferantenkredite für die KMU sowie Unternehmen mit einem hohen Wareneinsatz ein besonderes Gewicht haben, wurde bereits in der Analyse von der Deutschen Bundesbank im Jahr 2012 aufgegriffen:

Handelskredit

Durchschnittliche Höhe der Handelskredite von 2002 – 2009 nach Größenklassen und nach Wirtschaftszweigen

Aus diesen charakterisierten Rahmenbedingungen leiten sich für Finanzierung kleinerer und mittlerer Unternehmen in Deutschland ein auffallender Bedarf nach einem professionellen Working-Capital-Management und Liquiditätsmanagement ab.

Verkürzung der Debitorenlaufzeit als ein Schlüssel zu mehr Liquidität

Bei der Finanzierung von mittelständischen Unternehmen hat sich das alternative Finanzierungsinstrument Factoring bereits seit mehreren Jahren etabliert.

Bei dieser Form der Absatzfinanzierung finanziert das Factoring die individuellen werthaltigen Forderungen eines Unternehmens vor und schützt zugleich durch Übernahme des Delkredere und einem aktiven Debitorenmanagements vor möglichen Forderungsausfällen.

Ablauf Factoring

Allerdings besteht mittels des Finanzierungsinstrumentes Factoring nicht die Chance, den hohen Anteil der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung auf der Passivseite der KMU zu heben.

Wareneinkaufsfinanzierung für eine stärkere Liquiditätswirkung

Wie bereits oben beschrieben, nutzt die KMU nach wie vor Lieferantenkredite für die Finanzierung des eigenen Umlaufvermögens, wobei  die Rückzahlung der gelieferten Waren häufig nicht zum festgelegten und vereinbarten Fälligkeitstermin erfolgt. Aus dieser Tatsache lässt sich ein Bedarf nach einem verlängerten Zahlungsziel für den Wareneinkauf ableiten.

Reverse Factoring

Das Reverse Factoring – auch häufig Lieferanten- oder Einkaufsfactoring genannt – stellt eine potenzielle Möglichkeit der optimalen Wareneinkaufsfinanzierung dar. Im Wesentlichen geht es dabei um eine Vorfinanzierung der Verbindlichkeiten eines Abnehmers gegenüber seinem Lieferanten.

Für den Abnehmer selbst bietet sich der Vorteil, dass dieser die Finanzierung seiner Einkäufe optimieren und gleichzeitig auch längerfristige Zahlungsziele ausschöpfen kann.

Das Reverse Factoring ist ein Instrument der Wareneinkaufsfinanzierung für große Unternehmen, da es bei häufig wechselnden Lieferantenbeziehungen weniger flexibel ist, oftmals nur sehr große Einkaufsvolumen vorfinanziert werden und daher eine relative Marktmacht gegenüber dem Zulieferer notwendig ist

Finetrading

Das Instrument Finetrading wird nur von bankenunabhängigen Unternehmen (sogenannten Finetradern) angeboten. Finetrading Ist damit ein reines Streckengeschäft, bei dem der Finetrader die Vorfinanzierung von Einkäufen handelbarer Waren übernimmt.

Aufgrund der  variablen Zurverfügungstellung von Handelskrediten bis zu 5 Mio Euro und den anpassungsfähigen Zahlungszielen von bis zu 150 Tagen stellt Finetrading damit eine flexible Wareneinkaufsfinanzierung dar.

Für Inanspruchnahme eines Kredites fällt eine Stundungsgebühr an, die bei einem Zahlungsziel von bis zu 30 Tagen in der Regel durch ein vertraglich vereinbartes Skonto mit dem ursprünglichen Zulieferer gedeckt ist.  Strategisch klug eingesetzt, kann das Instrument Finetrading eine günstige Finanzierungsquelle für die KMU sein und damit eine Alternative zum wichtigen Handelskredit oder kurzfristigen Bankkredit darstellen.

Kombinierter Einsatz Finetrading mit Factoring

Fazit

Es zeigt sich, dass die alternativen Finanzierungsinstrumente Finetrading und Factoring nicht miteinander konkurrieren müssen, sondern sich vielmehr gegenseitig komplementieren.

Der kombinierte Einsatz dieser beiden Finanzierungsinstrumente stellen alternative Lösungen für die KMU auf der Einkaufs- und Absatzseite dar und sind eine sinnvolle Ergänzung zum originären Lieferantenkredit.

Diese beidseitige Finanzierung ist insbesondere für Unternehmen interessant, die einem saisonalen Geschäft unterliegen und führt zu einer Working-Capital-Optimierung.

Die zusätzliche Liquidität kann gezielt dafür verwendet werden in weitere Gewinn bringende Maßnahmen zu investieren oder vorhergehende Verbindlichkeiten abzubauen.
 

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