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Zwei Trends bringen Wachstumschancen für eCommerce – Unternehmen: Zum einen verzeichnet das Onlineshopping ungebrochenen Zulauf und zum anderen wird China als Beschaffungsmarkt auch für Mittelständler immer attraktiver.

Für das Jahr 2017 meldete der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) ein Umsatzplus im deutschen Onlinehandel von fast elf Prozent auf gut 58 Milliarden Euro. Erstmals stand damit der eCommerce für jeden achten Euro, den die Deutschen für den Einkauf im Einzelhandel ausgeben.

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eCommerce als Zukunftsmodell für den Fachhandel

Einen besonders starken Zuwachs konnten Onlinehändler in den Warengruppen Lampen, Möbel und Haushaltsaccessoires verbuchen, wobei der Umsatz im vergangenen Jahr um durchschnittlich mehr als 20 Prozent zulegen konnte. Bemerkenswert dabei: Zwar sind Online-Marktplätze nach wie vor bedeutsame Portale für Verbraucher. Doch stärker als die Marktplätze sind die eigenständigen Online- und Multi-Channel-Händler gewachsen.

Vor allem abseits der Ballungsräume nutzen immer mehr Verbraucher das Internet, um bei Fachhändlern einzukaufen, so die Beobachtung des Händlerverbands. Gerade für Fachhändler in Regionen mit nachlassender Wirtschaftskraft kann damit der Einstieg in den eCommerce Chancen eröffnen, mit einem zweiten Standbein rückläufige Umsätze aus dem stationären Vertrieb zu kompensieren.

Importe aus Fernost werden immer beliebter

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Ein weiterer Trend im eCommerce ist die zunehmende Globalisierung. Onlinehändler versuchen nicht nur ihre Waren auch im Ausland erfolgreich zu vermarkten, sondern setzen auch in der Beschaffung auf internationale Geschäftsbeziehungen. Diese Entwicklung schlägt ich in den Zahlen der deutschen Importstatistik nieder, wo die Einfuhren aus China im vergangenen Jahr die 10-Miliarden-Euro-Marke geknackt haben. Neben China zählen noch weitere Länder aus dem fernöstlichen Raum zu den bevorzugten Einkaufsregionen deutscher Händler und Importeure.

Ein gutes Umfeld also für deutsche Onlinehändler, die mit dem Direktimport aus China neue Geschäftsfelder erschließen wollen: Immer mehr Verbraucher bestellen ihre Waren ‚nicht nur bei den Branchenriesen, sondern auch bei kleineren FachhändIer im Internet, und dank der immer engeren Verflechtung der deutschen und chinesischen Wirtschaft, wird der Abschluss von Importgeschäften mit chinesischen Lieferanten auch für mittelständische Handelsbetriebe attraktiv-

Gleichwohl sollten Betreiber von Onlineshops, die mit dem Import von Waren aus China absolutes Neuland betreten, gut darauf vorbereitet sein. Das gilt zuallererst für die Auswahl des Lieferanten, die mit besonderer Sorgfalt durchgeführt werden sollte. Hilfreiche Informationsquellen für den ersten Überblick sind dabei Datenbanken der Industrie- und Handelskammer sowie Verzeichnisse.

Auch bei den Einkaufskonditionen gelten andere Regeln als bei der inländischen Beschaffung, wobei oftmals auch kleinere Mengen geordert werden können und die Lieferung auf offene Rechnung üblich ist. Wer in China einkauft, sollte hingegen bedenken, dass aufgrund der höheren Fixkosten beim Transport im Regelfall größere Warenmengen geordert werden sollten.

Neue Herausforderungen für Onlinehändler

Darüber hinaus ist die in Deutschland übliche Gewährung eins Zahlungsziels für chinesische Lieferanten zumindest im Geschäft mit Neukunden in aller Regel ein Fremdwort. Häufig verlangen Exporteure in China eine Anzahlung bei der Auftragserteilung und die Restzahlung bei der Übergabe an den Frachtführer. Gängige Aufteilung: 30 Prozent werden bei der Bestellung fällig und die restlichen 70 Prozent bei der Lieferung, Zuweilen bestehen chinesische Unternehmen auch darauf, den kompletten Rechnungsbetrag als Vorkasse zu leisten.

Für deutsche Importeure bedeutet dies, dass beim China-Import der Lieferantenkredit als kurzfristige Finanzierungsquelle ausfällt. Mehr noch: Aufgrund der langen Frachtlaufzeiten muss auch noch die Versanddauer zwischenfinanziert werden. Und die ist nicht zu unterschätzen, denn auf dem Seeweg sind die Container aus China oft fünf bis sechs Wochen unterwegs, bis die Produkte den Wareneingang des deutschen Händlers erreichen. Der Versand per Luftfracht ist zwar weitaus schneller, verursacht jedoch so hohe Kosten, das eine wirtschaftliche Preiskalkulation dann oft nicht mehr möglich ist.

Wer den Zeitraum von der Bezahlung der Importeure bis zu den daraus generierten Verkaufserlösen nicht aus eigenen Mitteln finanzieren kann, muss auf eine externe Finanzierungsquelle zurückgreifen. Allerdings zeigen sich Banken bei der Vorfinanzierung von Importwaren oftmals zurückhaltend und machen die Gewährung eines Kredites von zusätzlichen Sicherheiten abhängig. Das wiederum schränkt jedoch den finanziellen Spielraum des Unternehmers ein, da die an die Bank verpfändeten Vermögenswerte nicht als Sicherheit für andere Investitionen genutzt werden können.

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Finetrading als optimale Importfinanzierung

Als Alternative zum herkömmlichen Bankkredit kann bei der Importfinanzierung Finetrading zum Einsatz kommen. Den Kern des Finanzierungsmodells bildet ein Handelsgeschäft, da der Finetrader die Ware vom Lieferanten erwirbt und sie praktisch im selben Augenblick wieder an den Abnehmer weiterveräußert. Als ebenso einfache wie effiziente Finanzierungskomponente fungiert dabei das Zahlungsziel: Die Rechnung des Lieferanten wird vom Finetrader sofort beglichen, während der Abnehmer ein Zahlungsziel erhält das an die Refinanzierung durch die entsprechenden Verkaufserlöse angepasst werden kann. Die Abtretung oder Verpfändung von Vermögensgegenständen ist beim Finetrading nicht erforderlich, sodass dem Importeur die wirtschaftliche Handlungsfreiheit erhalten bleibt.

Working Capital Optimierung durch Finetrading

Bei der Warenfinanzierung mit Finetrading kann sich der Importeur bis zu vier Monate Zeit lassen, bis er die Rechnung des Finetraders begleicht. Damit Iassen sich auch saisonale Importe über mehrere Monate hinweg finanzieren. Je nach Charakter der Geschäfte können Finetrading-Verträge auf Projektbasis abgeschlossen werden oder auch in Form eines Rahmenvertrag, der ähnlich wie der Kontokorrentrahmen einer Bank ein langfristiges Einkaufsvolumen abdeckt.

Auch wenn der Finetrader formal als Zwischenhändler auftritt, müssen Importeure nicht befürchten, dass ihre Autonomie bei der Peis- und Konditionenverhandlung eingeschränkt wird. Der Endabnehmer benachrichtigt lediglich seinen Lieferanten bei der Auftragserteilung, das die Rechnung. den Fintrading-Finanzierer gestellt wird. In die Verhandlungen selbst schaltet sich der Fintrader nicht ein, sodass hier der Importeur das Heft in der Hand behält.

Gerade für eCommerce-Unternehmen, die gerne Chargen in China einkaufen und diese dann nach und nach über Onlineshops verkaufen, lässt sich mit Finetrading eine effiziente maßgeschneiderte Einkaufsfinanzierung konzipieren. Mit dieser Ergänzung im Finanzierungsmix sind moderne Handelsunternehmen gerüstet, um lukrative Gelegenheiten in der Beschaffung wahrzunehmen und weiteres Wachstum zu realisieren.

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